Liebes Tagebuch...

Hier findet ihr meine Gedanken, Erfahrungen und Erlebnisse, die mich während des Refs beschäftigen und prägen. So bekommt ihr einen authentischen Einblick in das Leben eines Refis. Vielleicht nimmt euch dieser Blog auch die Angst vor dem Ref, denn, mal ganz im Ernst, so schlimm ist es dann doch nicht. :-) Eigentlich ist es doch ganz schön.


Ich liebe meinen Job                                                  11. Oktober 2018

Hinter mir liegt ein Schultag, der für mich einer emotionalsten überhaupt war. Heute fand unser alljährliches Sportfest statt. Als ich die Turnhalle betrat, kamen meine 6er schon auf mich zugestürmt, um mich zu umarmen. Alleine diese Geste ist für mich schon so schön gewesen, dass es mir gleich ein Lächeln ins Gesicht gezaubert hat. Was dann aber passiert ist, hat mich völlig aus der Fassung gebracht. Ein Junge mit Asperger Syndrom, auch aus der gleichen Klasse, stand zunächst abseits und machte die Gruppenumarmung nicht mit. Als die Kinder mich losließen, kam der Junge, der eigentlich ein starkes Problem mit emotionaler Nähe hat, und sagte leise „Ich möchte sie auch umarmen!“ - ganz ehrlich - ich war total überwältigt und musste mich stark zusammenreißen nicht gleich loszuheulen...

 

Am Ende, als meine 6er nach einem Tag voller Niederlagen zu mir kam, waren WIR gemeinsam niedergeschlagen und haben die Niederlage betrauert. 😩

 

Es ist so schön zu sehen, dass WIR zu einem solch tollen Team zusammengewachsen sind. Ein Junge aus der gleichen Klasse, der häufiger mal ausgeschlossen wird, wurde heute sogar dafür gefeiert, dass er ein Tor geschossen hat. Wir alle liefen auf ihn zu und haben ihm ein High 5 gegeben. Auch er hat heute etwas mehr gelächelt als sonst. Und wegen all diesen Geschenken, die uns dieser Beruf jeden Tag bringt, liebe ich meinen Job.


Erste Klassenarbeit                                                05. Oktober 2018

Heute habe ich meine erste selbstkonzipierte Klassenarbeit geschrieben und direkt auch schon korrigiert. 😂 Es ist ein schönes Gefühl, wenn man doch sieht, dass scheinbar was bei den Schülern angekommen ist. Die Arbeit ist nämlich ganz gut ausgefallen, trotz dass sie meines Erachtens nicht ganz einfach war. In anderen Klassen habe ich aber auch immer wieder mit Rückschlägen zu kämpfen. Besonders mein Fach Politik wird häufig als Unwichtig wahrgenommen. Der Unterricht sieht bei mir im Hauptfach Deutsch ganz anders aus, als in Politik. In Deutsch scheinen irgendwie alle das Gefühl zu haben, zumindest etwas Mühe in das Fach stecken zu müssen. In Politik gibt es dann hingegen die interessierten und die, die ihre Zeit da absitzen und glauben, dass sie mit bloßer Anwesenheit schon ihre drei kriegen werden.

 

Um nicht diesen Eindruck entstehen zu lassen, dürfen die Schüler jederzeit zu mir kommen, um ihren derzeitigen Notenstand zu erfragen. Das verhindert dann den plötzlichen Schock, wenn da statt der drei, dann eine fünf steht.

 

Mit Störungen habe ich immer weniger zu kämpfen. Klar - es gibt sie täglich- aber nicht so, dass es meinen Unterricht großartig beeinflusst.


Erster benoteter UB                                              04. Oktober 2018

Heute hatte ich meinen ersten benoteten Unterrichtsbesuch in Sowi und was soll ich sagen? Es ist ALLES schiefgegangen. 😂 Die Schüler sollten innerhalb meiner selbsterfundenen Methode, der „speed analysis“ ein Wahlplakat analysieren. Es gab mehrere Stationen an denen Analysefragen zur jeweils einer Kategorie auslagen. Die Schüler erhielten gruppenteilig jeweils ein Wahlplakat zum analysieren und einen Analysebogen zum Eintragen. In der Arbeitsphasen haben die Schüler dann mithilfe eines akustischen Signals alle 3 Minuten die Station rotierend gewechselt (wandernd). Am Ende wurde das ganze mithilfe von Präsentationskarten präsentiert.

 

Die Methode hat soweit funktioniert, aber die Schüler haben anfangs überhaupt nicht verstanden, was die überhaupt machen sollen. Die Aufgabe war zudem viel zu schwer, sodass die völlig überfordert waren und die Ergebnisse am Ende auch entsprechend ausgefallen sind. Hinzu kamen außerdem Störungen von Schülern, die sonst total lieb sind. 🙈

 

Am Anfang der Stunde habe ich mit den Schülern als Einstieg zudem die vergangene Stunde anhand eines Beispiels wiederholt. Obwohl wir das ausgiebig gemacht hatten, hab ich größtenteils nicht die Antworten bekommen, die wir am Ende gesichert haben. Ich dachte in der Stunde echt ich dreh gleich durch. 🤣 In der Reflexion habe ich dann wohl aber sehr gut reflektiert und all meine Fehler schon von selber ausgesprochen und direkt auch Lösungswege versucht aufzuzeigen. Das hat mich letztendlich gerettet, weshalb es eine zwei mit Tendenz zur 1 geworden ist. 🙈 Zwei der 7er haben am Ende der Stunde noch zur Fachleiterin gesagt: „Bitte geben sie ihr eine gute Note, die ist voll cool und die spielt auch öfter Spiele mit uns.“ 😂

 

Jetzt habe ich den UB in der 7 wenigstens hinter mir - den Schülern werde ich das nächste mal noch ein paar Takte zu Störungen in UBs sagen 😤 , aber na ja, sind halt kleine Pubertiere. 🙄 An dem „gescheiterten“ UB sind die Schüler natürlich nicht ganz Schuld. Störungen müssen zwar nicht sein, aber die Niveausituation habe ICH falsch eingeschätzt. Aber da sieht man mal, was eine Reflexion am Ende doch ausmacht.


Anerkennung                                                      28. September 2018

Ich liebe meinen zukünftigen Beruf, aber was ich immer wieder merke ist, dass man als Lehrer wenig bis keine Anerkennung dafür erhält, was man tut. All das, was wir tagtäglich tun, wird immer so als “natürlich gegeben” betrachtet.
Ich gebe mir viel Mühe für meine Materialien, nehme Hefte mit, um “mal eben” zu korrigieren, damit Kind A besser auf die Arbeit vorbereitet ist. Ich nehme tagtäglich unzählige Aufträge entgegen, die häufig mit einem “Können sie mal eben...” beginnen. Freunde beneiden mich, weil ich ja schon um halb 2 Zuhause bin. Erzählen mir, wie gerne sie das auch hätten. Keiner sieht, dass meine Arbeit Zuhause weitergeht.
In sozialen Netzwerken lese ich in den Kommentaren “Faules überbezahltes Lehrerpack”, “die machen sich doch ein leichtes Leben” oder “Die sind es schuld, dass die Bildung in Deutschland den Bach runter geht...” Ich kann meinen Job so gut machen, wie ich möchte. Eine Beförderung gibt es in dem Beruf nicht. Burn out ist eine Lehrerkrankheit, die auch durch mangelnde Anerkennung zustande kommt. All die Mühe, all das persönliche Engagement- das erkennt kaum jemand an. Das ist eine Last des Lehrerberufs, die wir, so scheint es, auch nicht ändern können.
Wir prägen Menschen und wir formen sie! Wir sollten uns vielleicht manchmal selber auf die Schulter klopfen und stolz darauf sein, was wir leisten.

Feueralarm                                                           21. September 2018

Diese Woche war total durchwachsen. Am Mittwoch hätte ich wegen meinen 7ern wirklich ausrasten können, heute war es dann wieder total gut. So ist das, wenn man Menschen arbeitet. Insbesondere mit diesen sogenannten Pubertieren 🙄😁 Man weiß nie was einen erwartet. Schlimm sind übrigens auch nicht immer nur die Kinder, sondern auch Kollegen können einem schon manchmal die Laune ziemlich verderben. 😫


Heute gab es den obligatorischen Probealarm in der Schule. War mein erster und war auch unangekündigt. Wer hat natürlich das Klassenbuch vor lauter Panik im Klassenraum vergessen? Ich... Fenster habe ich auch aufgelassen. Zum Glück war es nur ein Probealarm 🙈 Das passiert mir sicher kein 2. Mal. War schon leicht peinlich als ich unseren Klassenraum sah, der der einzige mit offenen Fenstern war. 🙈 Aber immerhin habe ich es geschafft den richtigen Fluchtweg zu nutzen. Und wir sind auch in 2er Reihen kontrolliert rausgegangen und abgezählt habe ich auch. 😃💪🏻


Unterrichtsbesuch                                             18. September 2018

Heute war es dann soweit...Mein 2. Ub stand an. Thema waren Fabeln im Theme „altes Griechenland“ angelehnt an Äsop. Als Methode habe ich Stationenlernen gewählt. Das Material habe ich selber erstellt, mir jedoch Inspiration bei Materialtanten geholt.

 

Am Anfang der Stunde stand eine Gedankenreise. Wir haben uns in die Rolle eines Archäologen versetzt und unserem Freund Fabuluh (eine Eule, die uns die Reihe über begleitet) bei den Rätseln, die manche Ausgrabungen mit sich brachten, geholfen. Während der Gedankenreise saßen die Kids auf der Decke und haben sich entspannt. Das war auch gut, denn vorher war Pause und die waren etwas aufgewühlt. Dann ging es an die einzelnen Stationen.

 

Station 1 handelte vom Fabelaufbau und es mussten Bausteine einer Fabel zusammengesetzt werden. Station 2 thematisierte die wörtliche Rede, die in einer Fabel als solche identifiziert werden sollte. Station 3 handelte von Eigenschaften von Fabeltieren. Die Schüler mussten aus einem Säckchen Tiere ziehen und Fabeleigenschaften zuordnen. Die letzte Station thematisierte die Lehren. 3 Lehren waren in Hieroglyphen geschrieben. Die mussten entziffert werden und den beiliegenden Fabeln zugeordnet werden.

 

Zu jeder Station gab es eine Hilfskarte zur Differenzierung. Hinter der Tafel konnten die Schüler ihre Ergebnisse mit den Lösungen abgleichen. Vorher musste aber auf einem Laufzettel von mir oder meiner Assistenz unterschrieben werden. Auf dem Laufzettel konnte auch noch bewertet werden, wie schwierig die Station wahrgenommen wurde.

 

Im UB wurde vor allem kritisiert, dass ich zu viel rede. Ich muss mehr Gehaltvolles in weniger Sätze packen. Auch habe ich dummerweise nicht nachgefragt, ob die Schüler noch fragen hätten (vor der Bearbeitung der Stationen.) dämlich, weil ich das sonst immer mache... leider ist man immer so nervös, dass man es nicht so gut umsetzt, wie man es sich vorher ausgemalt hat. Ansonsten war die Fachleitung aber sehr zufrieden. Alles in alles war es okay. Ich hab es jetzt hinter mir und das ist doch auch ein Gewinn. 🙃


Endlich Wochenende                                          14. September 2018

Ein Leben als Lehrer ist so aufregend, spannend, anstrengend, geprägt von Höhen und Tiefen, wunderschön, ultranervig und ich will es einfach niemals eintauschen. Ich bin diese Woche doch sehr gestresst, weil ich diesmal eben nicht so organisiert war und früh mit den Vorbereitungen für den UB angefangen habe. Den Fehler mache ich auch kein zweites Mal. Na ja, bedeutete halt die letzten Tage keine Freizeit, um das Wochenende zumindest freizuhaben. Aber die Kids an meiner Schule nehmen mir diesen mentalen Stress und beruhigen mich jetzt schon wegen des UBs. Meine Schüler sind einfach toll!

 

Ich bin so so froh, dass ich diesen Beruf gewählt habe. Es wird niemals langweilig und dieses Zwischenmenschliche gibt mir so viel Kraft und Freude. Ja und weil ich so nervös wegen dem UB bin, habe ich heute mit Edding auf dem Whiteboard geschrieben. Bin dann mal putzen! Schönes Wochenende 😅👋🏻


Unterrichtsstörungen                                       07, September 2018

2 Wochen sind nun seit dem Ende der Sommerferien vergangen und es waren harte zwei Wochen. All der organisatorische Kram, den man in seine mickrigen 45 min stecken soll, ist enorm. Daran muss ich mich erst noch gewöhnen. Hach, und wie schön wäre es, wenn doch auch während des Unterrichts alles so laufen würde, wie man es sich bei der Planung seines Unterrichts als unerfahrener Refi ausmalt.

 

Zwei Wochen mit meinen neuen Klassen, Zwei Wochen voller Chaos und Konfrontation. Man fühlt sich wie ein neues Gruppenmitglied, das von Kopf bis Fuß getestet werden will. Wie weit kann man bei mir gehen? Wie oft werde ich ermahnen bis es Konsequenzen gibt? Die ersten Stunden waren noch vielversprechend, die Schüler waren freundlich und alles war gut. Aber als dann der Alltag wieder eintraf, wurde es zunehmend unruhiger und anstrengender... Ich war dann in der Pflicht mich zu beweisen - klingt komisch, ist aber so. Das habe ich dann getan. 3 Tage waren der Horror. Ich habe Konsequenzen gezogen als gäbe es keinen Morgen. Eine Ermahnung, die zweite bedeutete Konsequenz. Ein Schüler brauchte etwas länger zum verstehen. Er hat sich in der zweiten Woche nun schon den ersten Elternbrief eingefangen.

 

Gleichzeitig habe ich positives Verhalten gelobt und auch Leistungen positiv kommentiert. So langsam trägt das alles Früchte... die Schüler sind ruhiger geworden und wissen nun langsam, wo die Grenzen bei mir sind. Der Unterricht wurde zunehmend angenehmer und die Stimmung im Klassenraum ist auch gut.

 

Ich glaube man muss anfangs einfach hart durchgreifen, um seinen Standpunkt klarzumachen. Dabei darf man aber niemals den Respekt verlieren! Wichtig ist auch, dass man nicht nachtragend ist! Ich mache das nach dem Motto: Du hast heute Mist gebaut, du trägst die Konsequenzen dafür, aber das hat nichts mit unserer persönlichen Beziehung zu tun. Ich zeige trotzdem Wertschätzung und Interesse und am nächsten Tag ist sowieso wieder alles gut. Alles andere ist Kontraproduktiv und auch unnötig. Man darf nicht vergessen, dass man da Kinder vor sich hat. Die haben so viel Zeug im Kopf (Pubertät zb.) da geht es manchmal mit denen durch. 😄


Erste Woche nach den Ferien                                 31. August 2018

Meine erste Woche nach den Ferien habe ich schon hinter mir und endlich habe ich auch meine neuen Schüler kennenlernen dürfen. Ich bin wirklich total happy mit meinen Klassen. Die Schüler sind total verschieden, aber alle auf ihre Weise total lieb. Mit den kleinen hatte ich bisher ja kaum Erfahrung, aber heute lief es schon total gut. Wir haben ein Spiel gespielt, den Steckbrief ausgefüllt und ein wenig über unsere Haustiere geredet. 😅 Ich muss ihnen die Tage mal Bilder von meinen Meerschweinchen mitbringen. 😂❤️

 

Die Arbeit mit den jüngeren ist für mich total ungewohnt und ich merke, dass ich bei denen ganz anders bin als bei den Älteren. Ich habe mir viele Gedanken gemacht, wie das mit den 5ern werden würde und ich glaube seit heute bin ich sehr viel entspannter. Ich freue mich so auf die gemeinsame Zeit! Aber denkt nicht, dass bei mir immer alles tutti läuft. Ich habe auch schwierigere Kids, bei denen ich immer wieder ermahnen muss. Ich werde auch immer wieder und in allen Klassen herausgefordert, Schüler versuchen Grenzen auszutesten und beobachten mein Handeln ganz genau. Ich durchlebe täglich auch mehrere Konfrontationen- das ist völlig normal. Aber ich nehme das nicht persönlich, denn das ist es auch nicht!

 

Lehrer sein ist schon eine Berg- und Talfahrt. In dem einen Moment lachst du mit den Kids und im nächsten Moment könntest du ihnen den Hals umdrehen. :-) Die erste Woche war echt anstrengend und ich freue mich nun auf ein ruhiges Wochenende. Heute wird schon mal mit Freunden persisch gekocht und danach vielleicht ein Film angeschaut. :-) Schönes Wochenende! ☺️


Gruppenhospitationen                                             27. August 2018

Die kollegiale Hospitation ist neben den Unterrichtsbesuchen ein weiterer verpflichtender Teil im Referendariat. (NRW)

 

Am Anfang eures Refs werdet ihr Lerngruppen zugeteilt, mit welchen ihr diese Hospitationen durchführen werdet. Ihr werdet dann die Mitglieder eurer Lerngruppen jeweils im Unterricht besuchen und ihr werdet von euren Gruppenmitgliedern auch selber besucht werden. Im Anschluss an die Besuche soll dann gemeinsam reflektiert werden.

 

Ihr habt innerhalb der kollegialen Hospitationen auch die Möglichkeit gemeinsam Unterricht zu planen und auch auszuprobieren. Normalerweise finden im Ref zwischen 4-5 solcher Hospitationen statt, für welche ihr auch extra „frei“ habt. Die Hospitationen werden normalerweise durch keinen Fach-oder Seminarleiter begleitet, ihr müsst diese aber durch eure Schule bestätigen lassen.


Konferenz                                                                    24. August 2018

Ab Montag geht es für mich und meine Kollegen wieder in die Schule. Der Montag startet dann gleich mit einer Lehrerkonferenz, in der wichtige Themen, wie z.B neue Regeln, Termine des Schuljahres und sonstige Probleme besprochen werden. Ich finde das immer grauenhaft, weil Lehrer wirklich sehr diskutierfreudig sind und es jedenfalls bei uns an der Schule immer ewig dauert.

 

Für die Konferenzen habe ich mir dieses Konferenz-Notizbuch  zugelegt. Es empfiehlt sich tatsächlich dafür ein eigenes Buch anzulegen, da es immer Sachen gibt, die neu sind und an die man sich halten muss, um den reibungslosen Ablauf in der Schule nicht zu stören und negativ aufzufallen. Auch für das Seminar ist eine Dokumentation gut, weil in den Konferenzen auch häufig rechtliche Aspekte besprochen werden oder auch Dinge, wie zb. „Wann bleibt jemand sitzen?“ oder „Mit welcher Note kann man eine andere Note ausgleichen?“ Das sind so fragen, die ihr auch unbedingt für das Abschlusskolloquium wissen solltet. Ich wurde schon mehrfach darauf aufmerksam gemacht, dass sowas gerne gefragt wird. Ich freue mich schon auf das neue Schuljahr! ☺️

 

Ich bin mal gespannt welche Erfahrungen und Eindrücke mich so prägen werden. Ich werde euch mitnehmen auf meine Reise. 😊


Meine prägendste Erinnerung                              22. August 2018

Meine prägendste Erinnerung auf dem Weg zum Lehrersein war, als ich im Praktikum damals einen Jungen in den Trainingsraum schickte, weil er gestört hatte. Leider wusste ich nicht, dass dieser Junge den Förderschwerpunkt ES hatte und den ersten Tag wieder die Schule besuchte. Es hat die Sonderpädagogen viel Kraft gekostet, den Jungen zum Schulbesuch zu ermutigen.

 

Die Klasse kannte die Situation und war total gegen mich nach diesem Vorfall. Mir wurde vorgeworfen, dass er jetzt wegen mir nicht mehr in die Schule kommen würde. Außerdem warfen sie mir vor, dass ich unfair sei, weil ich so schnell rauswerfen würde. Mir ging es danach sehr schlecht und ich riss mich die Stunde zusammen, war aber innerlich den Tränen nahe. Ich hätte mich vorab über die Klasse informieren müssen... andererseits hätte man mich in einem so frühen Praktikum auch nicht alleine mit der Klasse lassen dürfen.

 

Die Klasse war übrigens nicht nachtragend, sondern in der nächsten Stunde war alles wieder gut. Der Junge kam allerdings erstmal eine Woche nicht. Das hat lange an mir genagt. Jedenfalls hat mich dieser Fall sehr geprägt und ich kann jedem nur raten sich vor der Übernahme einer Klasse mit den Besonderheiten einzelner Kinder auseinanderzusetzen und für den Fall des Falles einen Plan zurecht legen, wie in einer bestimmten Situationen gehandelt wird.


Mein Weg zum Lehramt                                            21. August 2018

Um ehrlich zu sein ist mein Weg zum Lehramt nicht so romantisch, wie manche vielleicht gedacht haben. Ich habe das Lehramtsstudium begonnen, weil ich mich für die Fächer interessiert habe und Journalistin werden wollte. Statt aber mit einem 2-Fach Bachelor nachher kaum was Berufsqualifizierendes in der Hand zu haben, entschied ich mich für das Lehramt. Ich wollte eine Sicherheit, falls es mit dem Journalismus nicht klappt.

 

Dann machte ich ein Praktikum auf dem Gymnasium und was soll ich sagen? Ich fand es grauenhaft! Die ganze Lernatmosphäre dort, diese Distanz und dieser Leistungsdruck - ich konnte mir nicht im entferntesten vorstellen Lehrerin zu sein. Trotzdem studierte ich weiter mit dem Ziel Journalismus. Dann kam das Orientierungspraktikum... diesmal auf einer Hauptschule... So wie die Fügung es wollte, ging ich in diesem Praktikum total auf. Alles war anders auf dieser Schule. Die Schüler hatten null bock und es hat mir Spaß gemacht deren Motivation zu wecken und ihnen zu zeigen, dass sie eben doch was wert sind.

 

Als ehemalige Hauptschülerin mit 10A Abschluss war ich ein Vorbild für die Kids und ich habe mich selber in den Kids wiedergefunden. Hört sich blöd an, aber die Hauptschule ist für mich wie “nach Hause kommen” gewesen. Ich konnte mit den Kids auf dem Gymnasium einfach nichts anfangen und mich nicht in deren Lage hineinversetzen. Lieb und Intelligent waren sie, aber es war mir fremd.

 

Lange Rede kurzer Sinn... Weshalb ich Lehrerin werde? Wegen den vergessenen Kids der Gesellschaft und weil ich weiß, dass ich was bewirken kann mit dem Erzählen meiner eigenen Bildungsbiografie. Außerdem liebe ich Abwechslung und das Kreativsein - dafür gibt es keinen besseren Beruf. Ich bin sehr sehr happy mit meiner Berufswahl. Journalistin will ich schon lange nicht mehr werden. Im Gegensatz zu dem, was ich jetzt jeden Tag erlebe, ist das ultra langweilig 😂


Bibliothek                                                                     19. August 2018

Gestern habe ich mir nach Jahren mal wieder einen Bibliothekausweis machen lassen. Ich habe immer unzählige Bücher in meinem Amazon-Warenkorb, die ich mir gerne kaufen möchte- leider hat man als Refi dann doch nicht so viel Geld... Deshalb habe ich mich für die kostengünstige Variante des Ausleihens entschieden. Kann ich jedem nur empfehlen, denn einige Bücher, die ich gestern dann in der Bib in der Hand hatte, fand ich im Nachhinein gar nicht mehr so toll. Außerdem kann man Nachschlagewerke mal “testen” und sehen - benutze ich die wirklich oder stehen die nur rum?

 

Ich habe auch schon einige Bücher gekauft, die ich nicht wirklich nutze. So kann man eine Kaufentscheidung viel zuverlässiger fällen. Außerdem gibt es ja noch die Möglichkeit des Kopierens. Ich kopiere sehr günstig, weil ich keine originalen Patronen verwende. Ich bezahle für 30 Patronen um die 10-15 Euro. Da lohnt es sich, wenn man Bücher ausleiht und brauchbares kopiert. Vorausgesetzt man hat Zeit und Lust dazu 😅 Schulbücher gibt es in der Bib auch ohne Ende - man ist also zu jedem Thema immer gut eingedeckt. 🙃 Nicht zu vergessen, liebe Refis, auch teure Fachbücher kann man sich so sparen!


Kennenlernen                                                              14. August 2018

Ich habe mal einen Steckbrief gezeichnet. Leider bin ich nicht so künstlerisch begabt, wie manch anderer, aber ich denke es erfüllt seinen Zweck. 🙃 Nach den Ferien werde ich viele neue Klassen bekommen, die ich bisher nur ganz flüchtig oder sogar gar nicht kenne. Mir ist es ganz wichtig, dass ich dort einen guten Einstieg habe. Ich werde die erste Stunde keinen Unterricht machen, sondern dafür nutzen, um an einer gemeinsamen Beziehung zu arbeiten und die Schüler näher kennenzulernen. Ich werde ins offene Gespräch mit denen gehen, Fragen beantworten, persönlich und nicht persönlich, wir werden den Steckbrief ausfüllen und vielleicht ein Spiel spielen. Ich merke immer wieder, wie wichtig ein guter Start ist. Dort, wo ich mir anfangs für die Kinder Zeit genommen habe, um sie kennenzulernen, habe ich viel weniger Disziplin-Probleme.

 

In einer 7. Klasse, in die ich mal eben in den Vertretungsunterricht geschickt worden bin (mit einem Haufen Arbeitsblätter) habe ich immer noch Probleme. Die kennen mich eben kaum und wenn die persönliche Ebene fehlt, sehen sich gerade Hauptschüler, die eben nicht leistungs- sondern Bezugspersonenorientiert sind, nicht dazu motiviert sich am Unterricht zu beteiligen. Eine Lehrerin sagte mir mal einen wichtigen Satz: „Auf der Hauptschule ticken die Uhren anders, die Noten sind denen hier nicht so wichtig, teilweise haben die sich schon aufgegeben -alles was sie tun, tun Sie wenn überhaupt für dich!“ Und diese Aussage stimmt! Deshalb: Lasst euch nicht in Vertretungsstunden mit Arbeitsblättern schicken, wenn ihr die Klasse in Zukunft unterrichten werdet! Erklärt den anderen Lehrern, dass ihr euch den Start in einer Klasse anders vorstellt und das zu eurem Konzept gehört!

 

Eine gute Beziehung zu den Schülern ist die Grundlage für Lernerfolg! Ich wette einige der Leute hier, haben ihr Studienfach deshalb gewählt, weil sie damals einen Lehrer hatten, den sie mochten und der es geschafft hat, für das Fach zu begeistern. 🙃


Vorbereitungen                                                         09. August 2018

Die Vorbereitung auf das kommende Schuljahr läuft auf Hochtouren. So eine Reihenplanung ist echt sehr zeitaufwendig! Deshalb liebe (zukünftige) Referendare- nehmt euch einen Tipp zu Herzen: Fangt immer früh genug mit euren Planungen und Vorbereitungen an! Unterrichtsplanung ist sehr zeitaufwendig - wenn dann im Ref auch noch Unterrichtsbesuche und diverses anderes Zeug zu tun ist, kann man schon mal in Stress geraten! Ich mache es so, dass ich in den Ferien alle Reihen für das Halbjahr vorbereite, um dann den Kopf für Unterrichtsbesuche und andere vermeintliche Nebensächlichkeiten frei zu haben.

 

Zeitmanagement ist das A und O, um stressfrei durch das Ref zu kommen. Wer Sachen aufschiebt, wird irgendwann von Arbeit erschlagen und muss dann wirklich Nachtschichten einlegen. Heute habe ich mich um die Reihe “Textanalyse” bei den 10ern gekümmert. Immer mit Hinblick auf die zentralen Prüfungen.

 

(Nachtrag 25.10.2018 - Genießt lieber die Ferien! Bereitet nur vor, wenn ihr die Klassen schon gut kennt!)


Das Ref                                                                          01. August 2018

Klar, manchmal nervt das Ref. Man will ja auch irgendann auch mal fertig sein. Das Ref gehört aber nun mal dazu und mal ganz ehrlich, das ist auch gut so! Denn nirgends lernt man so viel brauchbares für die Praxis, wie im Ref. Klar, man muss Glück haben mit seinen Fachleitern... Aber auch wenn man das nicht hat, man lernt auch von Kollegen und auch von Mitreferendaren.

 

Ich persönlich finde das Ref bis jetzt überhaupt nicht schlimm. Ich hatte anfangs viele Ängste, die sich alle nicht bestätigt haben. Ja, ich habe auch noch ein Leben neben dem Ref!😄 Nein, die Fachleiter fressen einen nicht auf! 😁 In Wirklichkeit sind alle wirklich nett und nachsichtig mit uns Anfängern. Die wissen, dass wir (noch) nicht perfekt sein können.

 

Was mich nervt? Lange Seminarzeiten. Diese Tage sind echt anstrengend. Aber das ist ein Tag in der Woche! Es stört mich auch, dass die Bewertung der Fachleiter doch sehr subjektiv ist. Uns wird Objektivität gelehrt, aber einige Fachleiter sind doch sehr subjektiv. Deshalb: Oberstes Gebot im Ref: Gut zuhören! Immer schön mitschreiben was der für euch sehr wichtige Fachleiter vorne sagt und verlangt. Bleibt euch zwar treu, aber in den Prüfstunden schadet es nicht, wenn ihr das ein oder andere anwendet, das eurem Fachleiter so gefällt. Das sind eure Noten und die Fachleiter sind auch nur Menschen. Ihr müsst euch in die Fachleiter hineinversetzen. Die sehen natürlich gerne das Konzept, hinter dem sie selber voll stehen. Vielleicht passiert es unbewusst, aber das wirkt sich positiv auf die Bewertung aus.

 

Ansonsten: Engagiert euch in eurer Schule, macht auch dort stets einen guten Eindruck. Die bewerten euch ebenfalls zu 25% !Ihr müsst niemandem in den Hintern kriechen, aber gebt euch Mühe, dass ihr professionell, kollegial und engagiert seid. Insgesamt bin ich sehr zufrieden mit dem Ref. Mir macht es viel Spaß und die Zeit geht wie im Flug. Seid immer gut vorbereitet. Habt eure UBs immer ein paar Tage vorher fertig. + Kritik annehmen, aber nicht selber fertig machen!🙃


Ferien                                                                                    13. Juli 2018

In NRW haben die Ferien nun auch endlich begonnen und ich freu mich total auf die kommenden Wochen! Einen Urlaub haben wir (noch) nicht gebucht, aber ich freue mich auch auf die vielen kleinen Unternehmungen —> das Ausschlafen, das unbegrenzte Aufbleiben am Abend und diese Freiheit den Tag nach Lust und Laune gestalten zu können!

 

Ja, Unterricht für das nächste Schuljahr muss noch vorbereitet werden —> ich mache meine ganzen Reihen ja im Voraus, um mir nach den Ferien Stress zu sparen. Das mache ich aber dann, wenn es draußen regnet und ich Lust darauf habe. 😄

 

Nachtrag 25.10.2018 - Niedwieder bereite ich Reihen vor, ohne die Klassen richtig zu kennen. Ich musste einen Großteil meiner Arbeit wieder verwerfen. :-(


Coaching                                                                               12. Juli 2018

Gerade war ich bei meinem ersten Coaching-Termin im Seminar und habe jede Menge davon mitnehmen können. Zwei Coachings sind innerhalb des Referendariats in NRW verpflichtend und finden Einzeln mit einem überfachlichen Seminarleiter im Rahmen einer Stunde statt.

 

Nutzen kann man dieses Coaching vor allem bei Fragen, bei denen man unsicher ist und sich Unterstützung erhofft. Es handelt sich bei dem Coaching aber nicht um eine Klassische Beratung, in der der Seminarleiter einem „den richtigen Weg“ aufzeigt, sondern ihr führt ein reflektives Gespräch auf Augenhöhe und erhaltet lediglich Anregungen zur Selbsthilfe und zur zielführenden Reflexion. Dabei werden eure Stärken und Erfahrungen in den Vordergrund gerückt, auf die ihr dann für den speziellen Fall zurückgreifen sollt. Mein Thema war heute der Umgang mit jüngeren Schülern, da ich da immer etwas unsicher bin. Ich finde, dass es ein riesen Unterschied ist, ob man vor einer 5. oder einer 10. Klasse steht.

 

Der Umgang ist einfach ganz anders, aber trotz dieser Umstellung möchte ich ICH bleiben und eben mein ICH in beiden Situationen finden. Bei den 10ern habe ich keine Probleme - die Kleinen hingegen sind für mich eine große Herausforderung, da ich Schwierigkeiten habe dort den persönlichen Zugangspunkt zu finden. Das Coaching hat mir bei der Ideenentwicklung wie ich an dieses Thema herangehen kann, geholfen.

 

Das Coaching ist aber nicht nur für solche Sorgen da, sondern bietet auch Raum für Probleme wie Zeitmanagement, Stressbewältigung, Prüfungsangst oder Probleme mit Fachleitern. Das Coaching ist ein geschützter Rahmen, bei dem absolute Verschwiegenheit herrscht.

 

(Nachtrag 25.10.2018 Mittlerweile klappt es auch mit den Kleinen)


Kollegen                                                                                17. Mai 2018

Heute konnte ich mich in der Schule voll und ganz der Vorbereitung der zukünftigen Stunden kümmern, da die 10er, denen ich momentan fast ausschließlich zugeteilt bin, die ZAPs in Mathe geschrieben haben. Ich hab also jede Menge kopiert und die Zeit auch genutzt, um mich mit dem ein oder anderen zu unterhalten.

 

Später kam dann ein Kollege auf mich zu, der gerade das Ref beendet hat. Er setze sich mit mir hin, zeigte mir einen Unterrichtsentwurf und erklärte mir worauf ich besonders achten sollte. Sowas ist Gold wert! Nutzt im Ref wirklich die Zeit zwischen den Stunden, um Kontakte zu knüpfen. Viele sind wirklich auch total hilfsbereit! Sitzt nicht einfach rum und haltet euch zu stark zurück. Nehmt eure Rolle als Mitglied des Kollegiums wahr und versucht euch einzubringen. Einzelkämpfer haben es schwerer - haltet euch auch mit dem Hausmeister, der Sekretärin gut. Das sind nämlich auch häufig Leute, die in Stresssituationen enorm entlasten können.

Stellt euch vor - UB steht bevor und 3 Overheadprojektoren funktionieren nicht. Dann ist es der Hausmeister, der schnell für dich die Glühbirne wechselt!

 

Nun sind schon wieder Pfingsferien und man hat das Gefühl, dass man irgendwie kaum Zeit hat, um richtig in der Schule anzukommen! Diesen Monat gibt es so viele Feier-, Ferien- und Brückentage, dass man gar nicht weiß wohin mit der ganzen Freizeit. 😂 Ich genieße es aber einfach, denn ich kann mir gut vorstellen, dass diese Freizeit bald weniger wird. 😅


Seminar                                                                               14. Mai 2018

Heute war mein letztes Intensivseminar und ab morgen kann ich endlich mal in der Schule „ankommen“ und durchstarten. Ab jetzt habe ich nur noch einmal wöchentlich Seminar. Die Intensiv-Tage waren schon echt anstrengend, aber ich habe auch echt viele nette Leute kennengelernt und die Fachleiter machen auch wirklich einen sehr netten Eindruck. Die Angst vor den „bösen Fachleitern“ hat sich also schon verflüchtigt.

 

Ich bin echt froh, dass ich im Seminar schon Anschluss gefunden habe- jeder rät mir —> vernetzt euch und arbeitet zusammen! Ein Ref im Alleingang ist doppelt so hart und geteiltes Leid ist halbes Leid! Ich werde mir das zu Herzen nehmen und Materialien, Erfahrungen und Wissen teilen... ☺️


Hierarchie                                                                            11. Mai 2018

Keine Frage - als Referendar seid ihr das unterste Glied der Kette (zwar kurz vor den Praktikanten, aber trotzdem ganz unten). Der Schlüssel meines Faches in der Schule ist Sinnbild dafür. (Immerhin hab ich ein Fach) 😂😂😂


Kennenlernen                                                                       4. Mai 2018

Meine ersten beiden Tage an der neuen Schule bestanden hauptsächlich aus Hospitationen. Ich hatte bereits die Chance bei verschiedenen Lehrern reinzuschauen und man sieht teilweise richtig guten Unterricht und teilweise wirklich Schlechten. So erging es mir auch schon im Praxissemester. Die meisten Lehrer sind wirklich motiviert und man merkt, dass sie ihren Beruf lieben. Andere wiederum sind sogar für mich schwer zu ertragen und tragen eine Grundnegativität mit sich herum. Sowas zieht meiner Meinung total runter - wie sollen sich die Schüler für etwas begeistern, das lustlos und lieblos “vermittelt” wird?

 

Ich hatte heute schon eine Stunde, in der ich eine Klasse genauer kennenlernen konnte. Habe dafür Steckbriefe verteilt, die die SchülerInnen ausfüllen sollten. Das ist echt ne tolle Möglichkeit, um die Menschen hinter den Gesichtern kennenzulernen. Die Steckbriefe verraten zum Beispiel was im Leben der Schüler ganz besonders wichtig ist oder welche Wünsche und Träume sie haben. Manche Antworten sind auch einfach total lustig oder total bewegend.

 

Ein Schüler hat mich mal zu Tränen gerührt, als er schrieb, dass sein größter Wunsch wäre, dass sein verstorbener Bruder zurückkommt und er alles dafür tun würde. Sowas bringt zusammen, sowas lässt mich verstehen und sowas erklärt auch manchmal Verhaltensweisen in bestimmten Situationen. Es ist so unheimlich wichtig seinen Blick für sowas zu schärfen und zu versuchen hinter die Fassade zu schauen. Wir arbeiten mit Menschen! Das sollte man sich jeden Tag vor Augen halten! ❤️❤️❤️


Alles Neu                                                                               3. Mai 2018

Der erste Tag in der Schule war so voll von neuen Eindrücken! Außerdem musste jede Menge Kram erledigt werden... Lehrerparkplatz suchen, Personalbogen ausfüllen, Schlüssel besorgen, Platz- und Fachzuteilung, Rundgang, Tausend Hände schütteln und Namen anhören, die man spätestens nach 2 Sekunden wieder vergessen hat... bei manchen Leuten hab ich mich auch 2 mal vorgestellt, weil man sich so viele Gesichter einfach nicht auf einmal merken kann. 😂🤷🏻‍♀️ Ich habe keine Ahnung wie lange ich brauchen werde, um mir die ganzen Namen zu merken! Ich geb mein Bestes! Auf dem Bild seht ihr meinen neuen Platz im Lehrerzimmer!

 

(Nachtrag 04.10.2018 - Noch immer kann ich nicht alle Namen. :-D)


Mein erster Schultag                                                         2. Mai 2018

Wieder habe ich einen total ereignisreichen Tag hinter mir- so viele neue Namen und Räume 😱😱😱, die ich mir merken muss. Die neuen Kollegen sind wirklich total nett und ich fühle mich richtig gut aufgehoben in der neuen Schule! Die Schüler machen auch einen sehr guten Eindruck, leider haben viele aber Lern- und Motivationsprobleme.

 

Ich denke, dass die Hauptschule eine ganz besondere Herausforderung ist. Die nehme ich aber gerne an und freue mich auf die Zeit mit den „Kids“. Meine Schulzeiten sind ein Traum (nie länger als 12:30 Uhr).😍😍😍 Ich glaube kaum, dass viele Referendare so ein Glück haben. So kann man die Vorbereitung von Unterricht und Seminar wunderbar auf den Nachmittag legen und muss hoffentlich keine Nachtschichten schieben. Morgen ist schon meine erste Unterrichtsstunde! 👩🏻‍🏫 Einige Verwandte waren heute kurz da, um mir zu meinem ersten Schultag zu gratulieren - die Schultüte haben sie mit viel Mühe selbst gemacht! 🍫🍭🍩🍬🍭 Ich finde sie ist richtig klasse geworden!


Die Vereidigung Teil 2                                                   30. April 2018

Der Tag klingt nun aus und ich blicke auf einen sehr ereignisreichen Tag zurück... Von meinem kleinen „Fast-Unfall“ heute morgen hab ich euch ja schon erzählt, nun will ich mal ein wenig von dem Ablauf der Vereidigung erzählen... 🙃🙃🙃
Begrüßt wurden die neuen LAA (Lehramtsanwärter) gemeinsam in einem großen Saal. Dort wurden einige Reden gehalten, es wurden uns alle guten Seelen des Hauses vorgestellt und uns wurde Mut zugesprochen. Die „Ehemaligen“ erzählten von ihren Erfahrungen und spielten uns daran angelehnte Rollenspiele vor.

 

Gegen Ende der gemeinsamen Veranstaltung fand dann der wichtigste Teil statt: Die Vereidigung. 👩🏻‍🏫 Dafür wurden wir zunächst über unsere Pflichten belehrt. 📜 Dann durften wir uns erheben, die rechte

Hand hochheben und den Amtseid nachsprechen.

 

Das ganze ging wirklich ganz schnell... ⏱ Zur Feier gab es dann Sekt und Orangensaft. 🍾 Anschließend gingen wir noch in unsere Kernseminare - meins besteht aus 10 Personen- also wirklich sehr überschaubar. Dort mussten wir dann noch zahlreiche Dinge ausfüllen und unterschreiben. Ganz am Ende gab es dann auch die Ernennungsurkunde. 📃 😇 Bin total positiv überrascht und die Fachleiter wirken wirklich total nett! 🎉 Freue mich schon auf die 18 Monate! Auf eine gute Zeit! 🍾


Die Vereidigung  Teil 1                                                   30. April 2018

Was wäre ein so wichtiger Tag ohne besondere Vorkommnisse? Langweilig! Deshalb dachte ich mir, ich setze knapp 10 Meter vor dem Seminargebäude und fünf Minuten vor der Vereidigung mal mein Auto gegen eine Häuserwand. :-D

 

Nein, Spaß beiseite - im bergischen Mönchengladbach wollte ich eine scharfe Kurve nehme, die ich leider nicht packte. Vergebens versuchte ich mit meinem Hinterrradantrieb den Rückwärtsgang einzulegen. Leider war ein Rad auf dem unebenen Boden abgehoben, sodass das nicht mehr möglich war. Das Auto rutschte deshalb weiter nach vorn, bis ich 2 cm vor einer Häuserwand die rettende Handbremse zog. Die Polizei musste anrücken. Mit Gewicht auf dem Auto, konnte das Rad wieder zu Boden gebracht werden und der Polizist konnte den Rückwärtsgang einlegen. Das nette Foto hat ein Fachleiter gemacht, den ich fünf MInuten zuvor kennengelernt hatte. Zu der Vereidigung bin ich durch die tolle Arbeit der Polizei auch nur drei Minuten zu spät gekommen.

Jap - das Foto kennt jetzt das ganze ZFSL inklusives meines Gesichts und meinen Namen. Die Lacher waren an dem Tag sicher auf meiner Seite! :-D


Aufregung                                                                       29. April 2018

Morgen ist es endlich soweit!!! Die Refis in NRW werden zu Beamten auf Widerruf ernannt! Ich bin schon total gespannt auf das erste Treffen mit meinen Reffi-Artgenossen und de Fachleitern. Diese Woche ist so ereignisreich... Mittwoch ist dann schon der erste Schultag, auf den ich noch aufgeregter bin. Ich werde berichten!


Tagebucheintrag 7 - Horrorgeschichten                27. April 2018

Wie oft habe ich jetzt schon den Rat gehört: "Genieß deine Zeit vor dem Ref, denn währenddessen wirst du kaum mehr Zeit für Freizeit haben." Bin mal gespannt, ob all diese Horrorgeschichten wirklich zutreffen. Momentan bin ich wirklich total positiv aufgeregt und habe keine Angst vor dem, was kommt. Ich lasse alles mal auf mich zukommen. :-)

 

(Nachtrag 04.10.2018 - Entwarnung! Ich habe noch Freizeit! - zwar nicht an den beiden Tagen vor dem UB, aber sonst schon. :-D)


Nachhilfe                                                                          25. April 2018

Viele Jahre habe ich zahlreichen Kids Nachhilfe gegeben. Heute hies es dann Abschied nehmen von "meinen" Kindern. Irgendwie bin ich jetzt schon ziemlich traurig - man begleitet die Kinder all die Jahre auf ihrem Weg - man ärgert und freut sich mit ihnen und man ist auch so manches Mal genervt von ihnen...trotzdem hat man sie lieb und ist traurig, wenn man zukünftig nicht mehr an ihrem Erwachsenwerden teilhaben kann. Ich werde die gemeinsamen Späßchen echt vermissen und hoffe für jeden Einzelnen, dass es all seine Ziele erreicht. <3


Vorfreude                                                                         24. April 2018

Nur noch eine Woche bis es endlich losgeht!!! Ich bin schon so aufgeregt! Passend zur Vorfreude schaue ich mir heute ein paar Ref-Dokus an. Ansonsten beschäftige ich mich auch so viel mit dem Referendariat... Ich lese viel im Internet und bereue es danach immer. Im Internet steht wirklich unglaublich viel negatives Zeug über die Zeit als Refi. Bin mal gespannt, wie ich das Ref empfinde.

 

(Nachtrag 03.10.2018 - Das Ref ist nicht einmal annähernd so schlimm, wie ich es im Internet immer gelesen habe. Auch die Fachleiter sind nett.)


Lehrertasche                                                                   16. April 2018

Es ist vollbracht! Ich habe mir eine "Tasche" gekauft! Es ist ein Korb geworden. :-D Was soll ich sagen? Ich liebe meinen neuen Korb! Der ist total toll. Habe mich für ein Reisenthel-Modell entschieden und die Qualität ist super. Ich habe mich letztendlich dafür entschieden, weil man einfach alles darin transportieren kann, ohne dass man Angst haben muss, dass etwas knickt. Auch zusammengerollte Plakate, Boxen, Bücher, und Hefte lassen sich damit sehr gut transportieren. Für meine privaten Sachen nehme ich einfach einen kleinen Rucksack oder eine Handtasche mit.

 

(Nachtrag 03.10.2018 - Der Korb war die beste Entscheidung für mich. Ich werde wohl für immer beim Korb bleiben. - Die Qualität von dem Reisenthel-Korb ist übrigens immer noch total top. Was dieser Korb aushält, ist wirklich unglaublich. Kann ich nur empfehlen!)


Ordnung schaffen                                                          15. April 2018

Ordnung ist das halbe Leben, Deshalb habe ich mir heute mal die Zeit genommen, um alle Unterrichtsmaterialien, die ich schon während des Studiums gesammelt habe, zu ordnen. War echt viel Arbeit. Unglaublich, wie schnell man so viel Zeug ansammeln kann. Bin mal gespannt, wie das werden wird, wenn ich wirklich regulär als Lehrerin arbeite. Für mein Material habe ich mir total schöne Ordner gekauft. Soll ja alles schön rosa bleiben in meinem Arbeitszimmer. ;-) Die Trennstreifen bastel ich mir immer selber. Die, die man kaufen kann, sind immer soooo langweilig.

 

(Nachtrag vom 03.10.2018 - Altes Material aus dem Studium niewieder benutzt.)


Was braucht ein Lehrer?                                              14. April 2018

Heute ist meine Bestellung von TimeTex gekommen. Ich habe mich total gefreut. Bestellt habe ich mir eine quasi Erstausstattung:

  • Magnete
  • Würfel
  • Rotstift
  • Folienstift
  • Kugelschreiber
  • Kreidestift
  • Textmarker
  • Whiteboardstifte
  • Stoppuhr
  • Schulplaner
  • Pädagogenglocke

Ob ich das wirklich alles nutzen werde? Ich weiß es nicht... Ich werde berichten!

 

(Nachtrag 02.10.2018 - Würfel, Folienstift, Kreidestift, Whiteboardstifte und Pädagogenglocke nie benutzt :-D )


Mein Arbeitsplatz                                                           13. April 2018

Mein Arbeitsplatz ist eingerichtet - alles steht an seinem Platz. Ich bin immer noch auf der Suche nach einer Tasche für mich. Keine Ahnung, wofür ich mich letztendlich entscheiden werde... Mein Warenkorb bei Amazon ist voll mit zahlreichen Rucksäcken, Körben und Umhängetaschen. Heute werde ich mal losziehen, um mir die Körbe anzusehen. Ich finde, dass es wichtig ist, das Material und die Stabilität mal gefühlt zu haben.

 

Ich bin schon total aufgeregt und kann es kaum erwarten, dass es endlich losgeht. Es reicht mir gerade wirklich mit der freien Zeit... Ich sitze eigentlich den ganzen Tag nur auf heißen Kohlen, überlege was ich noch vorbereiten könnte und hoffe, dass schnell der 01.05. ist.



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