Der Unterrichtsentwurf


Allgemeine Informationen

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Was alles in den Unterrichtsentwurf gehört


  • Thema der Unterrichtsstunde
  • Lernziele
  • Didaktische Schwerpunktsetzung
  • Unterrichtsreihe mit Einordnung der Stunde
  • Sachstrukturelle Überlegungen
  • Lehr- und Lernausgangslage
  • Didaktische Entscheidungen
  • Methodische Entscheidungen
  • Verlaufsplan

Wie formuliere ich das Thema der Unterrichtsstunde?


Das Thema muss zum einen schülergerecht und zum anderen wissenschaftsorientiert sein. Die Formulierung geht aus der didaktischen Schwerpunktsetzung hervor.

 

Die Formulierung des Themas kann in zwei Teile unterteilt werden. Der erste Teil soll eine schülerorientierte Fragestellung oder eine motivierende Zielformulierung sein. Der zweite Teil konkretisiert diese Fragestellung oder Zielformulierung in einem pädagogisch wissenschaftlichen Wortlaut.

 

Beispiele:

  • Sind Menschenrechte unteilbar? - Hinführung zu einer kritischen Bewertung des Imperialismus in Afrika
  • Je mehr - desto weniger? - Erarbeitung der Merkmale umgekehrt proportionaler Zuordnungen anhand ihrer graphischen Darstellungen und Wertetabellen
  • Wir schreiben eine spannende Kriminalgeschichte! - Textüberarbeitung unter Verwendung der "Textlupe"

 

Der wissenschaftsorientierte Teil enthält Operatoren, die auf das konkrete Vorhaben hinweisen (Erarbeiten, Hinführen, Überarbeiten). Des Weiteren KÖNNEN Mittel und Methoden, die für dieses Vorhaben genutzt werden, eingebracht werden (indem, anhand, mittel, mithilfe, unter Verwendung).

 

Meine letzten Themenformulierungen sahen wie folgt aus:

 

  • Auf den Spuren der alten Griechen – unsere Reise durch die Fabelwelt an Stationen. – Einübung der Methode „Lernen an Stationen“ in Verknüpfung mit der Wiederholung bereits thematisierter Aspekte der Fabeleigenschaften
  • Schau genau hin! Wir analysieren ein Wahlplakat! – Kategoriale Analyse eines Wahlplakates mithilfe von Leitfragen innerhalb der Speed analysis
  • Mein Leben auf eigenen Füßen – das erste Gehalt und wie ich damit richtig wirtschafte! – Simulation eines realistischen wirtschaftlichen Daseins mittels der gemeinsamen Erarbeitung eines Einnahmen- und Ausgabenplans.

Lernziele richtig formulieren


Allgemein beschreibt ein Lernziel ein beabsichtigtes Ergebnis bzw. ein erwartetes Endverhalten bei den Schülern. Es ist etwas, das man beobachten und überprüfen kann. Das ist wirklich ein Grundsatz, den die Fachleiter immer wieder betonen. Ein Lernziel beschreibt ein Verhalten, das am Ende einer Lernprogression steht. Die Lernziele müssen zudem immer! mit dem Kernlehrplan des jeweiligen Bundeslandes und dem schulinternen Lehrplan abgestimmt sein.

 

Lernziele...

 

  • ...konkretisieren die didaktische Schwerpunktsetzung
  • ...benennen den Lernzuwachs, den die Schüler und Schülerinnen laut Unterrichtsplanung am Ende der Stunde nachprüfbar erreicht haben sollen
  • ...lassen erkennen, dass im Verlauf der Unterrichtsreihe ein nachhaltiger Kompetenzaufbau intendiert ist
  • ...benennen ggf. Aspekte der individuellen Förderung

Negatives Beispiel:

 

  • erhalten einen Einblick in verschiedenen reale Einkommenssituationen privater Haushalte in Deutschland und können diese reflektiv beschreiben

Hier wurde der Operator "erhalten einen Einblick" genutzt, welcher nicht überprüfbar ist. Hier wurde ich von der Fachleitung kritisiert.

 

Positives Beispiel:

 

  • sind in der Lage, privatwirtschaftliche Planungsentscheidungen kriterienorientiert zu treffen und diese begründet darzustellen

Dies konnte ich am Ende in Form der Präsentation überprüfen. So konnte ich dann feststellen, ob das Lernziel erreicht wurde oder nicht. Lernzielüberprüfung kann immer dann stattfinden, wenn die Schüler etwas tun, was nach außen hin geschieht, also nicht nur im Kopf. Nutzt unbedingt Operatoren in euren Lernzielen (beschreiben, anwenden, reflektieren, begründen etc.) - jedes Lernziel sollte einen solchen Operator beinhalten.

 

Es gibt Reihen- und Stundenziele. Für die normalen Unterrichtsbesuche, sollten immer die Stundenziele im Vordergrund stehen. Die Fachleiter fragen nämlich gerne nach dem Unterrichtsbesuch: "Wurde das Lernziel erreicht?"

 

Lernziele können Stufen zugeordnet werden. Ich orientiere mich an den Taxonomiestufen nach Bloom. Es macht einen guten Eindruck, wenn ihr eure Lernziele solchen Stufen zuordnet, weil dies zeigt, dass ihr euch mit dem theoretischen Prozess des Lernens auseinandergesetzt habt. Lernziele sollten im Unterrichtsentwurf erkennbar geordnet sein - entweder nach Reihenfolge in der Stunde, nach Schwierigkeit/ Komplexität oder nach Dimension (kognitiv, affektiv, psychomotorisch). Lernziele können auch differenziert werden, indem ihr Minimal- und Maximalziele formuliert. Manche Klassen sind sogar so heterogen, dass das gar nicht anders möglich ist.

 

 Hier einige Beispiele von Lernzielformulierungen aus meinen letzten Unterrichtsentwürfen:

 

 Die SchülerInnen ...

 

  • festigen die erworbenen Erkenntnisse der vorhergegangenen Unterrichtsstunden, indem sie diese transferierend in einem praktischen und realen Fallbeispiel anwenden. (Anwendung (K3))
  • sind in der Lage, einen Haushaltspan zu entwerfen. (Synthese (K5))
  • sind in der Lage, privatwirtschaftliche Planungsentscheidungen kriterienorientiert zu treffen und diese begründet darzustellen. (Beurteilung (K6))
  • analysieren das Wahlplakat unter Berücksichtigung verschiedener Kategorien. (Analyse (K4))
  • setzen vorab erworbenes Wissen in Bezug zu der Aufgabe. (Verständnis (K2))
  • beschreiben die Merkmale des jeweiligen Wahlplakates. (Wissen (K1))
  • begründen Interpretationen innerhalb der Analyse. (Verständnis (K2))

Die didaktische Schwerpunktsetzung


Die didaktische Schwerpunktsetzung wird in maximal drei Sätzen formuliert und behandelt im wesentlichen die Frage: "Worum geht es in der Stunde heute?" In der Regel liegt liegt die didaktische Schwerpunktsetzung für die Unterrichtsstunde auf dem Inhaltsaspekt. Die methodische Umsetzung des Inhalts und die relevante Sozialform sollten ebenfalls aus der Formulierung hervorgehen.

 

Beispiele:

Die SchülerInnen untersuchen arbeitsteilig in Gruppen mithilfe von Leitfragen bzw. Aufgaben einen Liedtext. Sie werten ihn im Hinblick auf die Autorenbiographie und ihre eigene Lebensplanung aus und setzen ihn in Bezug zu ihrer Lebenssituation.

 

Die SchülerInnen entwerfen innerhalb eines handlungsorientierten Rollenspiels in Einzel-, Partner-, und Gruppenarbeit einen Haushaltsplan unter Berücksichtigung verschiedener Einkommenssituationen. Dabei beziehen die SchülerInnen auch eigene materiellen Bedürfnisse mit ein und setzen diese in Bezug zu der jeweiligen Rollensituation.


Einordnung der Stunde in die Unterrichtsreihe


Damit die Unterrichtsstunde richtig eingeschätzt werden kann, ist es wichtig, über die Themen und die didaktischen Schwerpunkte der vorangegangenen und nachfolgenden Stunden zu informieren. Dies kann wie folgt aussehen:


Sachstrukturelle Überlegungen



Lehr- und Lernausgangslage



Begründung didaktischer Entscheidungen



Begründung methodischer Entscheidungen



Verlaufsplan


Der Verlaufsplan ist eine tabellarische Darstellung, die den Ablauf der geplanten Unterrichtsstunde übersichtlich präsentiert. Er gibt Auskunft über:

  • die Phasierung des Unterrichts
  • die wesentlichen Handlungsschritte
  • die Sozialformen
  • die Medien
  • die Zeitstruktur (Diese darf aber auch weggelassen werden!)
  • die didaktische Reseve
  • die Hausaufgaben.

Ich gestalte meinen Verlaufsplan immer nach dem AVIVA-Schema.

 

Das Aviva Modell

Das Modell versucht, Lernprozesse modellhaft abzubilden. Es besteht aus fünf Säulen:

 

Ankommen und Einstimmen: Hier geht es darum, die Aufmerksamkeit der Schüler auf den Unterrichtsgegenstand zu lenken (Unterrichtseinstieg). Dies kann kognitiv (durch Information oder Impulse, wie Bildern, Modelle usw.) oder affektiv (die Schüler erzählen erstmal, was ihnen auf dem Herzen liegt) geschehen. Es geht vor allem darum, dass günstige motivationale Voraussetzungen für den Unterricht geschaffen werden.

 

Vorwissen aktivieren: Hier soll eine kognitive Struktur geschaffen werden, worauf der geplante Unterrichtsinhalt aufbauen kann.

 

Informieren:

 

Verarbeiten:

 

Auswerten:


Formales


Umfang: Ein Unterrichtsentwurf ist in der Regel 5 - 10 Seiten lang. 10 Seiten gelten als absolutes Maximum. Alle Seiten sind nummeriert.

 

Inhalt:

  • Deckblatt
  1. Unterrichtsbesuch Nr. x im Fach x
  2. Name des Lehramtsanwärters
  3. Ausbildungsschule mit Adresse und Telefonnummer
  4. Fach
  5. Thema der Unterrichtsstunde
  6. Klasse/ Lerngruppe
  7. Datum/ Uhrzeit/ Raum
  8. Name der Schulleitung
  9. Name des Ausbildungsbeuaftragten
  10. Name des Ausbildungslehrers
  11. Name der Kernseminarleitung
  12. Name der Fachleitung
  • Inhaltsverzeichnis
  • Literaturliste
  • Anhang
  1. alle im Unterricht eingesetzten Medien
  2. geplantes Tafelbild
  3. Gefährdungsbeurteilung

Beispiel:



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